Thüringen
Thüringen 9.3.06
Zur allgemeinen Lage
In unserem letzen Bericht schrieben wir, dass der Winter noch nicht zu Ende sei. Wir wussten nicht, wie Recht wir behalten sollten.
Noch immer warten alle erwartungsvoll auf das Frühjahr. Doch noch immer lässt uns der Winter nicht los. Welche Lage können wir erwarten, wenn der Schnee bzw. der Frost endlich von den Flächen weicht? Die Kahlfröste haben an den Kulturen wie Wintergerste, Winterweizen und Winterraps seine deutlichen Spuren hinterlassen. Auf wenigen Flächen ist bereits jetzt sichtbar, das die Kultur kaum noch Ertrag bringen wird. Auf den allermeisten Flächen jedoch, kann bisher noch kaum eine Aussage getroffen werden. Schwer geschädigt sind einige Wintergersten-Sorten und auch Raps der zu klein bzw. überwachsen in den Winter gegangen ist. Auf den Sortenversuchsflächen zeigen sich auch zwischen den Winterweizen-Sorten deutliche Unterschiede in der Winterhärte. Hoffen wir, dass nicht noch Wechselfröste die geschwächten Kulturen weiter schädigen.
Die Wasserversorgung im Unterboden ist auf den meisten Standorten nach wie vor als nicht ausreichend an zu sehen. Noch immer fehlen uns - trotz Schneechaos in Bayern - entsprechende Winterniederschläge. Auch hier kann man eher auf einen feucht warmen Vorfrühling hoffen.
Empfehlungen:
Weiterhin gilt das im letzten Fax geschriebene:
Sollten bei Wintergerste und insbesondere Winterraps im Frühjahr sehr dünne Bestände anzutreffen sein, ist mit einer Nachverunkrautung zu rechnen. Dabei ist besonders auf Kamille und Klettenlabkraut zu achten. In Wintergerste können diese Unkräuter mit 75 bis 100 ml/ha Primus sicher beseitigt werden. Ein Einsatz zusammen mit AHL bietet sich an.
In Winterraps lässt sich die Kamille mit 0,8 bis 1,2 l/ha Lontrel 100 sicher bekämpfen. Dabei wird ebenfalls die Kornblume sicher erfasst. Am Besten kombiniert man den Lontrel 100-Einsatz mit der ersten Insektizidmaßnahme. Dort ist der Bestand noch offen und die Unkrautpflanzen noch sehr klein. Klettenlabkraut ist schwieriger zu bekämpfen. Bei entsprechenden Problemen sollte man unsere Mitarbeiter telefonisch kontaktieren.
Sollte in Wintergerste noch zusätzlich Ackerfuchsschwanz, Windhalm oder Weidelgräser auftreten, kann dort eine Kombination mit dem neu zugelassenen Axial eingesetzt werden.
In Winterweizen stehen dann nachfolgend die Unkrautbekämpfungsmaßnahmen an. Hier empfehlen wir besonders das sich in den letzten Jahr als besonders wirksam und sicher erwiesene Primus. Auf Windhalmstandorten erwies sich die Kombination Primus (75 ml/ha) + Concert (75 g/ha) als besonders wirksam und vor allem besonders breit. Mit dieser Kombination werden fast alle Unkräuter wie Klettenlabkraut, Vogelmiere, Kamille, Stiefmütterchen, Taubnessel, Kornblume, Klatschmohn, Storchschnabel aber auch Ehrenpreis sicher getilgt.
Auf Standorten auf denen sich Fuchsschwanz breit macht, kann Primus mit allen Graminiziden problemlos gemischt werden.
Zur ersten Insektizidmaßnahme im Raps empfehlen wir Fury. Fury ist laut W-Preisliste des Jahres 2006 eines der günstigsten Insektizide im Raps. Es wird mit einer Aufwandmenge von 100 ml/ha in Winterraps eingesetzt. Derzeit liegt nur die Zulassung gegen Rapsglanzkäfer und Kohlschotenrüssler vor. Die Zulassung gegen den Kohltriebrüssler wird mit der gleichen Aufwandmenge erwartet.
Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie bitte unser Beratungstelefon zum Ortstarif unter 018 02 - 316 320 oder die Ansprechpartner in Ihrem Gebiet an.