Unkräuter

Problemunkräuter? Kein Problem!

Klettenlabkraut Kamille Vogelmiere Winden-Knöterich Kornblume

Problemunkräuter im Überblick

Bei der Beurteilung einzelner Unkrautarten im Getreide ergibt sich seit Jahren ein nahezu einheitliches Bild. Mit Abstand und über die Jahre deutlich steigender Tendenz steht das Klettenlabkraut an erster Stelle. Von besonderer Bedeutung sind weitere Unkräuter wie Kamille, Vogelmiere und von den Knötericharten der Windenknöterich. Durch die Ausdehnung der Rapsfläche muss der Bekämpfung des Ausfallrapses in den Folgekulturen wachsende Beachtung geschenkt werden. Hervorgehoben werden muss auch die Zunahme der Kornblume auf leichten und mittleren Standorten insbesondere durch selektive Herbizidmaßnahmen.

Nachfolgende Darstellungen zeigen die Bedeutung der Unkräuter aus Sicht der Landwirte und eine Kurzcharakte-ristik wichtiger Unkrautarten.

* Gegen Leitunkräuter behandelte Fläche im Frühjahr
(Quelle: Kleffmann, Herbizidpanel 2000 und 2005)

Kurzcharakteristik wichtiger Unkräuter im Getreide
Klettenlabkraut Kamille Vogelmiere Winden-Knöterich Kornblume
Auftreten Ein-/überjährig Ein-/überjährig Ein-/überjährig Einjährig Ein-/überjährig
Keimzeit Herbst bisFrühjahr Herbst bisFrühjahr ganzjährig (bes.Herbst u. Frühjahr) Frühjahr bisHerbst Herbst bisFrühjahr
Keim- temperatur Kältekeimer(ab 1 °C) 2 - 35 °C 2 - 30 °C ab 2 °C tiefgehendes Wurzelsystem ab 2 °C tiefgehendes Wurzelsystem
Keimtiefe 1 - 5 (max. 20) cm Flach- od. Ober-flächenkeimer 0,5 - 3 cm, Flachkeimer 0,5 - 4 cm 0,5 - 3 cm
Samen pro Pflanze Bis zu 500 Bis zu 5.000 Bis zu 15.000 Bis zu 200 Bis zu 5.000
Lebensdauer im Boden bis zu 8 Jahre > 10 Jahre > 10 Jahre > 20 Jahre > 10 Jahre

Bewertung von Problemunkräutern

Die erfolgreiche Unkrautbekämpfung ist nicht nur eine der ersten, sondern auch eine der wichtigsten Maßnahmen im Getreidebau. Je nach Unkrautsituation kann damit eine Ertragsabsicherung von 20 - 30 % erreicht werden. Der Herbi- zideinsatz hat sich hierfür als effektivste Maßnahmen etabliert.

Einfluss auf den Kornertrag

Bezogen auf die Beeinflussung des Kornertrages treten deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Unkrautarten auf. Besondere Beachtung verdienen Klettenlabkraut und Kornblume.

Kornertragsverluste (kg/ha je Unkrautpflanze/m2 durch
Unkräuter im Getreide = Konkurrenzindizes)
Unkrautart Winter-Weizen Winter-Gerste
Klettenlabkraut 10 - 30 10 - 30
Kornblume 10 - 30 10 - 20
Ackerhohlzahn 10 - 12 10 - 20
Ausfallraps 5 - 15 6 - 12
Kamille-Arten 4 - 12 4 - 12
Ackerfuchsschwanz 3 - 6 3 - 6
Klatschmohn 4 - 8 6 - 8
Vogelmiere 4 - 8 6 - 8
Windhalm 4 - 8 4 - 8
Ackerstiefmütterchen 2 - 3 2 - 3
Ackervergissmeinnicht 2 - 4 2 - 4
Ehrenpreis-Arten 1 - 4 1 - 3
Erdrauch 1 - 2 1 - 2
Hirtentäschel / Hellerkraut 2 - 4 2 - 4
Knöterich-Arten 3 - 6 3 - 6
Taubnessel-Arten 1 - 2 2 - 3
Weißer Gänsefuß 2 - 4 *

* kommt in dieser Getreideart nur sehr selten vor
(Quelle: B.Pallutt, A.Flatter – Stuttgart-Hohenheim 1998)

Bekämpfungsschwellen verschiedener Unkräuter

Zur Vermeidung wirtschaftlicher Einbußen stehen als Entscheidungshilfe für einzuleitende Maßnahmen Bekämpfungsschwellen für relevante Unkrautarten zur Verfügung.

Bekämpfungsschwellen Unkräuter
Frühjahrsbehandlung in Wintergetreide

Unkräuter Pfl./ m2
Klettenlabkraut 0,1-0,5
Windenknöterich 2
Unkrautwicken 2
Kornblume* 5
Ackerhohlzahn 3 bis 5
Geruchlose Kamille 3 bis 5
Ackerstiefmütterchen 5 bis 20
Vogelmiere ≥ 40

Quelle: H. Kees u.a., 1993;
* Landespflanzenschutzamt M-V 1995

Nulltoleranz bei Klettenlabkraut

Langfristige Unkrautkontrolle ist nur durch hohe Wirkungsgrade zu erreichen.

Untersuchungen bei Klettenlabkraut zeigen, dass für eine nachhaltige Kontrolle Wirkungsgrade von mindestens 98 % idealerweise 100 % (Nulltoleranz) notwendig sind.

Abhängigkeit von Wirkungsgrad und langfristigem Bekämpfungserfolg bei Klettenlabkraut

Klettenlabkraut Kamille Kornblume