Kerb 50 W

 

Kerb 50 W ist ein selektives Bodenherbizid zur Bekämpfung von Quecke, Ehrenpreis-Arten, Deutschem Weidelgras, Kleiner Brennessel, Honiggras, Kriechendem Hahnenfuß, Einjähriger Rispe, Pfirsichblättrigem Knöterich, Wiesenrispe sowie Vogelmiere.

Kerb 50 W auf einen Blick

  • lang anhaltende Bodenwirkung
  • gute Kulturverträglichkeit
  • breite Zulassung in vielen Kulturen
  • breites Wirkungsspektrum
Winterraps Ausfallgetreide, Ackerfuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Vogel-Sternmiere
Rhabarber, Ziergehölze Einkeimblättrige Unkräuter
Kernobst, Pflaume, Sauerkirsche, Süßkirsche, Stachelbeere, Weinrebe, Weiße Johannisbeere, Rote Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere Einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere
Salate, Endivien Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter

Mischbarkeit

Physikalisch-chemische oder biologische Unverträglichkeiten bei Tank-mischungen mit Flüssigdüngern oder Pflanzenschutzmitteln sind bislang nicht bekannt geworden. Aktuelle Informationen können über die Beratung eingeholt werden.

Wirkungsweise, Wirkstoff

Wirkungsweise
Kerb 50 W wird hauptsächlich über die Wurzel, kaum über die grünen Pflanzenteile aufgenommen. Die Wirkung wird erst mit Beginn der Vegetation sichtbar. Kühle Witterung und Feuchtigkeit erhöhen die Wirkung. Kerb 50 W ist von hoher Verträglichkeit für Ziergehölze, Kern- und Stein-obst, Schwarze und Rote Johannisbeeren, Stachelbeeren, Winterraps, Salat, Rhabarber und Reben.

Feuchtigkeit ist zur Erzielung einer optimalen Wirkung entscheidend. Nur bei genügend Niederschlägen gelangt das Mittel in die Wurzelzone der Unkräuter und kann wirksam werden.Der Wirkstoff wird auch bei höheren Niederschlagsmengen nicht in tiefere Bodenschichten ausgewaschen und gewährleistet eine sichere Wirkung. Wird Kerb 50 W bei anhaltender Trockenheit gespritzt, ist die Wirkung nicht gesichert. Unter diesen Bedingungen erweist sich eine Beregnung als vorteilhaft. Die Spritzung in den Monaten November bis Dezember schaltet dieses Risiko nach unseren Erfahrungen aus. Außerdem befinden sich die Quecke u.a. ausdauernde Ungräser zu diesem Zeitpunkt in Vegetationsruhe und sind dadurch optimal bekämpfbar.

In extrem trockenen Wintern ist eine zusätzliche Beregnung vorteilhaft. Kühles Wetter - mittlere Temperatur unter ca. 10 °C - sichert die Wirkung.

Wirkstoff
500 g/kg Propyzamid

Wirkungsspektrum, Aufwandmenge

Wirkungsspektrum

Winterraps:
Mit Kerb 50 W sind folgende Ungräser und Unkräuter
gut bekämpfbar:
Ackerfuchsschwanz, Ausfallgetreide (alle aufgelaufenen und keimenden
Getreidearten), Windhalm, Einjährige Rispe, Grassamen-Ausfall, Taube Trespe, Ehrenpreis-Arten, und Vogelmiere
nicht ausreichend bekämpfbar:
Quecke

Ziergehölze, Rhabarber:
Mit Kerb 50 W sind
gut bekämpfbar:
Deutsches Weidelgras, Ehrenpreis-Arten, Quecke, Kleine Brennnessel, Honiggras, Kriechender Hahnenfuß, Einjährige Rispe, Pfirsichblättriger Knöterich, Vogelmiere, Wiesenrispe
nicht ausreichend bekämpfbar:
Segge-Arten

Kernobst, Weiße Johannisbeere, Rote Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere, Stachelbeere, Pflaume, Sauerkirsche, Süßkirsche:
Mit Kerb 50 W sind folgende Ungräser und Unkräuter
>gut bekämpfbar:
Quecke, Knaulgras, Kleine Brennnessel, Wiesenrispe, Vogelmiere, Kriechender Hahnenfuß, Honiggras-Arten, Ehrenpreis-Arten, Pfirsichblättriger Knöterich, Einjährige Rispe
>weniger gut bekämpfbar:
Schachtelhalm-Arten (werden durch mehrjährige Anwendung verdrängt)
>nicht ausreichend bekämpfbar:
Segge-Arten, Unkräuter der Familien der Korbblütler (z.B. Löwenzahn und Distel), Doldenblütler (z.B. Giersch und Bärenklau), Schmetterlingsblütler (z.B. Weißklee) sowie Windengewächse.

Salate, Endivien:
Mit Kerb 50 W sind folgende Ungräser und Unkräuter
>gut bekämpfbar:
Acker-Fuchsschwanz, Windhalm, Kleine Brennnessel, Deutsches Weidelgras, Acker-Senf, Knöterich-Arten, Einjährige Rispe, Ehrenpreis-Arten, Melde, Hirse-Arten, Hederich, Vogelmiere
>weniger gut bekämpfbar:
Taubnessel
>nicht ausreichend bekämpfbar:
Korbblütler (z.B. Franzosenkraut, Distel) und Windengewächse (z.B. Acker-Winde)

Weinrebe:
Mit Kerb 50 W sind folgende Ungräser und Unkräuter
>gut bekämpfbar:
Quecke, Einjährige Rispe, Wiesenrispe, Knaulgras, Honiggras-Arten, Vogelmiere
>weniger gut bekämpfbar:
Segge-Arten, Klettenlabkraut; Schachtelhalm-Arten werden durch mehrjährige Anwendung verdrängt.
>nicht ausreichend bekämpfbar:
Unkräuter der Familien der Korbblütler (z.B. Löwenzahn und Distel), Doldenblütler (z.B. Giersch und Bärenklau), Schmetterlingsblütler (z.B. Weißklee) sowie Windengewächse und Amarant.

Aufwandmenge:

Winterraps:

1 kg/ha in 150 - 300 l Wasser: 1,5 kg/ha in 150 - 300 l Wasser gegen Ackerfuchsschwanz auf schweren Böden.
1 Anwendung jährlich.
Gegen Ausfallgetreide, Ackerfuchsschwanz, Windhalm, Einjährige Rispe sowie Vogelmiere in Winterraps zur Nachauflaufanwendung im Spätherbst bis Mitte Dezember.
Kerb 50 W wird gespritzt ab 4-Blatt-Stadium (BBCH 14) des Rapses, wenn der Boden feucht ist bzw. nachfolgend Niederschläge fallen. Kühles Wetter sichert die Wirkung. Die Spritzungen können im Spätherbst bis Mitte Dezember erfolgen. Die volle Wirkung des Kerb 50 W tritt im folgenden Frühjahr ab Februar ein. Kerb 50 W kann auf gefrorenen, aber schneefreien Boden gespritzt werden.

Ziergehölze:
50 g/100 m² in 15 - 20 l Wasser, 1 Anwendung jährlich.

Gegen einkeimblättrige Unkräuter, einschließlich Quecke, in Ziergehölzen und Schutzpflanzungen ab 1. Standjahr (frühestens jedoch nach Beendigung der 1.Vegetationsperiode) im Winter (in der Vegetationsruhe) einsetzen (November - März). Ziergehölzanlagen ab 1. Standjahr sind Pflanzungen, die (nach erfolgter Pflanzung) während einer ganzen Vegetationsperiode am Endstandort tief und voll durchwurzeln konnten. Bei bodendeckenden Ziergehölzen kann Kerb 50 W unbedenklich über die Pflanzen gespritzt werden. Der Boden sollte zum Zeitpunkt der Anwendung schnee- und eisfrei sein.

Rhabarber:
Gegen einkeimblättrige Unkräuter in Rhabarber (nicht im Pflanzjahr) bei ausreichender Bodenfeuchte und kühlem Wetter spritzen mit 3,0 kg/ha in 400 - 1.000 l Wasser/ha im Zeitraum Oktober - Dezember (d.h. bei absolutem Ruhezustand der Pflanzen).
1 Anwendung jährlich.

Kernobst, Weiße Johannisbeere, Rote Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere, Stachelbeere, Pflaume, Sauerkirsche, Süßkirsche:
5 kg/ha in 400 - 1.000 l Wasser = 50 g/100 m² in 4 - 10 l Wasser,
1 Anwendung jährlich
Gegen einkeimblättrige Unkräuter und Vogelmiere in Kernobst, Kirschen, Pflaumen, Schwarzen und Roten Johannisbeeren sowie Stachelbeeren ab 1. Standjahr zur Winteranwendung (in der Vegetationsruhe).

Salate, Endivien:
30 g/100 m² in ca. 4 - 6 l Wasser spritzen.
Anwendung nur einmal pro Jahr auf derselben Fläche.
Optimale Ergebnisse werden nur durch Einregnen erzielt!
Gegen aus Samen auflaufende ein- und zweikeimblättrige Unkräuter (ausgenommen Korbblütler und Winden-Arten) in Kopfsalat und Endivien im Freiland.
a) Vorauflaufanwendung mit Einregnen (mindestens 15 mm = 15 l Wasser/m²), nur zur Minderung der Unkrautkonkurrenz,
b) nach dem Pflanzen (innerhalb von 3 Tagen) mit Einregnen
(mindestens 15 mm = 15 l Wasser/m²).

Weinrebe:

5 kg/ha in 400 - 1.000 l Wasser,
1 Anwendung jährlich.
Gegen einkeimblättrige Unkräuter und Vogelmiere in Weinreben, ab 2. Standjahr zur Winteranwendung (in der Vegetationsruhe).
Anwendung nur im Unterstockbereich und bei Temperaturen unter 10 °C.
Der günstigste Zeitpunkt für die Anwendung von Kerb 50 W im Weinbau ist der Spätherbst, weil dann Herbst- und Winterfeuchtigkeit ausgenutzt werden können. Dort, wo eine Winterbodenbearbeitung - z.B. Winterbalken - durchgeführt wird, sollte diese vor Anwendung von Kerb 50 W erfolgen.

Sicherheitsdatenblatt:
pdf icon Kerb 50 W Sicherheitsdatenblatt 2004 (97KB PDF)
Weiterführende Literatur:
pdf icon Kerb 50 W - Broschüre für alle Kulturen 2005/2006 (2776KB PDF)
pdf icon Kerb 50 W - Raps-Folder 2005 (1227KB PDF)

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